App versus Browser: Raten Sie mal, wer gewinnt?

21. Juni 2016

Wir alle haben mindestens eine App auf unserem Smartphone – für unser tägliches Fitnessprogramm, für unsere nächste Restaurantsuche oder als Tool für unseren Beruf. Trotzdem wissen wir nicht genug über Apps, um ihren Wert umfassend zu würdigen - besonders was Datenschutz und gesteigerte Performance betrifft. Leander, ein Entwickler, erläutert, warum er absolut überzeugt von Apps ist.


Wir haben einen Entwickler gefragt, was eine App eigentlich ist

„App“ ist wohl der Begriff, mit dem in der digitalen Welt am meisten um sich geworfen wird. Anwenderfreundlich, interaktiv, mit umfassenden Funktionen – sie machen alles, was man will, und sogar noch mehr. Streng genommen ist alles, was man auf seinem Computer öffnet, eine Applikation. Word ist eine Applikation. Outlook ist eine Applikation. Apps sind einfach eine Reihe von Funktionen, die dem Anwender ein bestimmtes Erlebnis verschaffen. Eine Web-App ist eine browserbasierte Applikation. „Web-App“ ist heutzutage die modische Bezeichnung für Webseiten, da diese zunehmend interaktiver und komplexer geworden sind.

Der Unterschied zwischen browserbasierten und nativen Apps ist hinsichtlich der Performance und Features entscheidend. Auf Google Mail zum Beispiel kann man auf zweierlei Weise zugreifen: vom Web aus (über die Web-App) oder durch die Google-Mail-App, die man eventuell auf seinem Mobilgerät hat (eine native Applikation). Die beiden sind nicht dasselbe, bieten jedoch den denselben Service (d. h. Zugang zu einer Mailbox).

Web Apps und native Apps sind beides Applikationen, nur arbeitet die erste in einem Web-Umfeld und die zweite im Betriebssystem eines Computers.

Vor- und Nachteile des herkömmlichen Browsers

Das Beste am herkömmlichen Browser ist, dass er vorinstalliert ist. Das Browsen im Netz ist einfach, selbst wenn man sich nicht besonders gut mit Computertechnik auskennt. Man braucht nichts zu installieren und kann praktisch von überall ins Netz gehen.

Google Chrome ist der meistverwendete Browser der Welt. Im September 2008 lag der Marktanteil von Chrome noch bei 3,1 %, im April 2016 hatte er 70,4 % erreicht (Quelle: W3Schools). Ein erstaunliches Ergebnis.

Die Features eines Browsers unterliegen bestimmten Standards (z. B. HTML5). Zwar sorgen diese Standards dafür, dass unser Erlebnis über unterschiedliche Browser hinweg einheitlich ist, doch bringen sie längst nicht alles zum Vorschein, wozu ein Computer im Stande ist. Wenn man also über diese grundlegenden Features hinausgehen will, muss man sich mit Apps befassen.

Warum sind Apps so sinnvoll?

Zunächst muss vorangestellt werden, dass eine App nicht zwangsläufig besser ist. Man benötigt talentierte Entwickler, um das Entwicklungspotenzial der App voll auszuschöpfen. Obwohl große Fortschritte beim Verbessern der Browser-App-Performance gemacht wurden, hat eine native Applikation einfach viel mehr Kontrolle über ihre eigenen Ressourcen und kann sich daher besser auf ihren eigenen, individuellen Bedarf abstimmen. Sie muss sich nicht an Standards halten, die ihre Übernahme oder ihren Feature-Set beschränken. Sie ist lediglich dadurch beschränkt, was das jeweilige Betriebssystem bieten kann.

Die Anzahl der weltweit heruntergeladenen mobilen Apps liegt 2016 bei 102.062 Millionen, was einem Ertrag von 41,1 Milliarden USD entspricht (Quelle: Statista.com).

Wenn man eine App auf dem Bildschirm öffnet, genießt man das volle Erlebnis, ohne durch mehrere gleichzeitig geöffnete Browser-Tabs abgelenkt zu werden. Nur mit einer App kann man mehrere Dokumente vergleichen, ohne ständig zwischen den Tabs hin- und herwechseln zu müssen. Das macht das Anwendererlebnis insgesamt viel sauberer und angenehmer.

Nicht zuletzt sorgen Apps auch für mehr Sicherheit

Browser und Betriebssysteme können auf vielerlei Weise angegriffen werden – das eine ist nicht grundsätzlich besser als das andere. Browser brauchen weiterhin noch ein Betriebssystem, auf dem sie laufen. Doch folgen sie den Sicherheitsstandards, die durch das HTTP-Protokoll auferlegt werden – das für jede Website gleich ist –, und obwohl sie gute Arbeit beim Schutz unserer Datensicherheit leisten, ist eine gegebenenfalls erforderliche oder auch erwünschte Steigerung dieser Sicherheit quasi unmöglich.

Will man andere, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Sicherheits-Features bereitstellen, Feature-Sets erweitern, Performance steigern und das Anwendererlebnis darüber hinaus verbessern, was der Browser zu bieten hat, sollte man sich für eine native Applikation entscheiden.